Das Leben ist schwer…

"Das Leben ist schwer, wirst noch merken. 
Sei froh, dass du mich nicht verstehst."

Das sagt der Busfahrer zu meiner 7 Monate alten Tochter, als er sich zu uns umdreht um zu gucken, wer da so meckert.

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Verschwitztes Lenchen in der Trage

Ich bin auch froh, dass sie ihn nicht versteht. Noch mehr hoffe ich, dass sie ihm auch dann nicht einfach glauben wird, wenn sie seine Worte irgendwann verstehen kann.

Warum geben wir solche Überzeugungen weiter? „Das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Man kann nicht alles haben.“ suggerieren recht harmlos, dass es schwer ist und kein Spaß zu Leben. Eher eine große Bürde.

Natürlich ist das irgendwann bei jedem so. Es gibt schwere Zeiten und es gibt anstrengende Tage oder auch Wochen. Es gibt Schicksalsschläge und Krankheiten…. Trotzdem: Will ich meinem Kind im Alltag so oft zeigen, dass es keine Freude ist zu leben?
Kinder haben die unfassbare Fähigkeit einfach immer sie selbst und in ihren Gefühlen zu sein. Es ist einfach schön Nele zuzusehen, wie sie sich freut, lacht und quietscht, weil ihre Schwester die lila Badeente auf den Tisch klopft oder auch wie Lotta brüllt als sie von der Bank fällt – und sich anschließend genau so lange damit aufhält, bis es nicht mehr schlimm schmerzt und sich etwas Neuem widmet.

Für Lotta ist das Leben nicht im Allgemeinen schwer oder meint es schlecht mit ihr, weil ihr etwas negative Gefühle verursacht. Ein schönes Beispiel hierfür ist auch die Dusche: Sie mag es nicht geduscht zu werden. Vorgesternabend habe ich sie bettfertig gemacht und es ging einfach nicht anders – sie musste noch gewaschen werden. Obwohl sie schon wirklich müde war… Also nicht lange baden, sondern nur so halb, in der Dusche mit Stöpsel. Sie hat gebrüllt und ich habe versucht sie abzulenken und sie gekizelt – schon war da ein Lachen! Wir haben ein bisschen „waschen“ gespielt, bis sie beim Haare spülen wieder schrie. Solange bis ich sie ins Handtuch gewickelt hatte und sie sich an mich kuschelte. Das Wasser war doof – nicht das Leben. Das macht Spaß, trotzdem und hauptsächlich!

Was macht es mit der Lebensfreude und dem Selbstbewusstsein eines Kindes, wenn wir ihm die Überzeugung einpflanzen, dass es schwer sein muss und nicht gerecht zugeht?

Ich will versuchen im Alltag weniger zu jammern, mehr Situationen einfach mit Freude oder zumindest gelassener Neugier zu begegnen. Ich wünsche mir, dass meine Kinder mal als starke Erwachsene durchs Leben gehen und es lieben. ❤

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5 Gedanken zu “Das Leben ist schwer…

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